Personalanlass Stadt Uster
Ansprache am Personalanlass der Stadtverwaltung
16. Mai 2022
Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung Uster
Herzlich willkommen zum heutigen Anlass, der ja eigentlich der traditionelle Neujahrsapéro gewesen wäre, einfach etwas verspätet.
Nichts desto trotz, Schön, seid ihr da! Schön, können wir uns heute wieder einmal in einem grösseren Kreis treffen und zusammen anstossen! Zugegeben, nicht mehr ganz auf’s neue Jahr - dafür sind die Temparaturen angenehm warm und – wir befinden uns wieder in einem normalen Leben. Anfangs Jahr hätte ich noch einiges zu Corona erzählt, aus heutiger Sicht lasse ich das bleiben, Corona scheint irgendwie schon weit weg zu sein.
Es ist heute zum ersten Mal, dass die Stadt Uster ihren «traditionellen Neujahrapéro» in Anführungszeichen hier auf dem Areal des Stadthaus West durchführt. Wir waren vorher immer im Stadthaus, entweder im Gemeinderatssaal oder auf dem Stadthausplatz. Heute stehen wir auf der Werkhofplattform, um uns herum die frisch sanierten Gebäude der Stadt Uster und der Energie Uster AG. Ein Grossprojekt hat hier seinen Abschluss gefunden. Die Räumlichkeiten sind bezogen, die Umgebung bepflanzt. Das ganze Areal erstrahlt in neuem Glanz, es wertet den Ort auf und gibt der Stadt Uster und der Energie Uster AG ein modernes Gesicht gegen aussen. Am wichtigsten aber, die neuen Räume sind zeitgemäss, top eingerichtet und für die Zukunft gerüstet. Ich glaube, wir dürfen über das Erreichte mächtig stolz sein.
Lasst mich aber, wie es zu einer Neujahrsansprache gehört, einen Rück- und einen Ausblick machen über die Themen, die uns in der Stadt Uster beschäftigen.
Vor knapp einem Jahr hat die Stimmbevölkerung den Projektierungskredit für das neue Kultur- und Begegnungszentrum mit rund 60 Prozent klar angenommen. Wir haben uns über dieses deutliche Signal aus der Bevölkerung sehr gefreut. Für so ein grosses Projekt ist ein Rückhalt der Ustermer und Ustermerinnen zwingend!
Wir werden mit der Bevölkerung weiter an diesem Projekt zusammen-arbeiten. Die Planungsphase für das Kultur- und Begegnungszentrum ist jetzt lanciert. Es gibt eine Baukommission, es werden Betriebskonzepte ausgearbeitet und eine Bauherrenvertretung gesucht. Wie schon in der Vergangenheit wird auch diese Phase von einer Echogruppe begleitet. Sie setzt sich zusammen aus Personen aus dem Gemeinderat, der Wirtschaft, der Kultur und der Bildung. Aber auch Mieterinnen und Nachbarn vom Areal sind Teil davon. Ende Januar ist diese Echogruppe ein erstes Mal zusammengesessen, im Juni wird es zu einem zweiten Treffen kommen. Über das definitive Bauprojekt wird die Stimmbevölkerung dann in circa zwei Jahren entscheiden. Ich hoffe natürlich, dass auch dieses Abstimmungsresultat ähnlich positiv ausfallen wird wie das letzte!
Nicht nur das Zeughausareal verändert sich. In den nächsten Jahren wird sich auch das Zentrum von Uster wandeln. So jedenfalls wünschen es sich viele. Der Stadtrat hat die Bevölkerung und das Gewerbe eingeladen, sich am Projekt «Attraktives Stadtzentrum» zu beteiligen. Passanten, Interessierte, Politikerinnen und viele mehr konnten sagen, wie sie sich unser Stadtzentrum vorstellen. Das Projekt ist auf viel positive Resonanz gestossen. Dabei ist klar zum Ausdruck gekommen: Die Ustermer und Ustermerinnen wünschen sich ein Zentrum zum Verweilen und mit weniger Verkehr. Das heisst: Mehr Restaurants mit Sitzplätzen draussen in den Strassenräumen, mehr Spielmöglichkeiten, mehr Grün und mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger.
Für den Stadtrat sind diese Rückmeldungen nicht nur wichtige Inputs. Sie bestärken ihn auch in seiner «Strategie Uster 2030». Vor drei Jahren schon hat sich der Stadtrat für ein fussgängerfreundliches und attraktives Zentrum ausgesprochen. Nun geht es konkret darum, wie der Verkehr im Zentrum in Zukunft geführt und beruhigt werden soll. Zu diesem Thema wird aktuell darum ein Parkraumkonzept erarbeitet.
Die Verlegung des Wochenmarktes vom Stadthausplatz in Post- und Gerichtsstrasse hat zu einer deutlichen Belebung des Zentrums geführt. Die Massnahme ist ein erster Mosaikstein, um das Zentrum attraktiver zu gestalten. Ein weiterer Mosaikstein ist der Samstagsmarkt. Seine Weiterführung ist vorerst auf zwei Jahre beschränkt. Vor vier Monaten hätte ich gesagt: Der Samstagsmarkt müsse seine Bewährungsprobe erst noch bestehen. Und, ein relativ neues Angebot während der Pandemie zu etablieren, sei eben schwierig. Heute wissen wir, der Samstagsmarkt ist ein glatter Erfolg, bewiesen wiederum am Samstag vor einer Woche, zusammen mit dem Nachhaltigkeitsmarkt. Es freut mich riesig, dass es uns gelungen ist, ein Angebot zu schaffen, das dem Zentrum am Wochenende ein eigenes, unverwechselbares Gesicht gibt. Uster als Marktstadt ist auferstanden und wird ihrer Tradition vollauf gerecht.
Das hat auch der Frühlingsmarkt und der Weihnachtsmarkt letztes Jahr gezeigt.
Uster wird und soll sich weiter zu einer «Stadt für alle» entwickeln. Mit den Massnahmen zur Inklusion haben wir in Uster Massstäbe gesetzt, die über die Stadtgrenze hinaus strahlen. Andere Städte kommen zu uns, um von uns zu lernen. «Wie setzt ihr die Einfache Sprache in der Verwaltung um?» fragen sie uns. Oder: «Wie schafft ihr es, dass über eine Mitwirkung von allen nicht nur geredet wird, sondern, dass betroffene beeinträchtigte Personen tatsächlich auch mitgestalten können?»
2021 ist das Inklusions-Projekt nach vier Jahren fristgemäss beendet worden. Unser Wille ist es, sich weiterhin für die Inklusion einzusetzen. Wir wollen das Thema in unseren Alltag überführen und so für Nachhaltigkeit sorgen.
Einen wichtigen Beitrag zur Inklusion der gesamten Bevölkerung leistet die Stadt Uster auch mit ihren Integrationsangeboten. Seit bald ein- einhalb Jahren stehen diese unter städtischer Leitung. Es handelt sich um Angebote für Sozialhilfebeziehende, Asylsuchende und Flüchtlinge, bekannt unter den Namen «al gusto», «Handwerk», «Deutschkurs», «Stellenbewerbung» oder «Stellenvermittlung». Alle Angebote haben das gleiche Ziel: Sie wollen Personen, die von der Stadt Uster unterstützt werden, in die Arbeitswelt von unserer Gesellschaft integrieren. Im letzten Jahr haben wir die Qualität dieser Angebote mit Hilfe einer Qualitätsnorm für Arbeitsintegration überprüfen lassen. Das Resultat war äusserst erfreulich. Das Qualitätszertifikat bestätigt, dass unsere Integrationsangebote hervorragende Arbeit leisten.
Einen Meilenstein haben wir letztes Jahr auch mit dem Ausbau der Tagesschulen erreicht. Ihr wisst, Familienmodelle verändern sich. Umso wichtiger ist es, dass wir das Bildungsangebot auch den heutigen Bedürfnissen anpassen. Heutzutage ist es normal, dass beide Elternteile berufstätig sein wollen. Dem Bedürfnis müssen wir mit entsprechenden Schulmodellen Rechnung tragen. Uster ist da an vorderster Front mit dabei. Schon im Jahr 2015 wurde die Tagesschule als Pilotprojekt lanciert. Es hat sich gezeigt, dass Eltern das neue Format schätzen. Und nach all den Jahren können wir jetzt auch sagen: Wer Familie und Beruf vereinbaren möchte, ist dankbar, wenn es in einer Gemeinde das Angebot von einer Tagesschule gibt.
Dass Uster mit seinem Bildungsangebot auch in Zukunft attraktiv bleiben soll, hat auch der Gemeinderat erkannt. Er hat den Ausbau von der Tagesschule und die damit verbundenen Mehrkosten klar genehmigt. Ich glaube, das ist ein deutliches Zeichen von der Politik an die Bevölkerung: Man muss nicht nur bereit sein für Veränderungen, sondern man muss auch bereit sein, in diese zu investieren. (Pause)
Ja, in was alles soll man investieren? Es ist klar, für Uster, wie auch für andere Gemeinden, sind und bleiben die Finanzen eine grosse Herausforderung. Trotzdem, wir haben das Jahr 2021 mit einem Plus von 1.7 Mio Franken abgeschlossen, ein sehr positives Ergebnis, angesichts der vielen Unsicherheiten, den Folgen der Corona-Pandemie usw. Die Finanzzahlen bestätigen, dass der Stadtrat sorgsam und haushälterisch mit dem Geld umgeht. Die Pro-Kopf-Ausgaben gegenüber dem Vorjahr sind aufgrund vom Bevölkerungswachstum sogar um knapp 2 Prozent gesunken.
Bleiben wir attraktiv für alle! Und schauen, dass möglichst viel Geld von der Ustermer Bevölkerung auch in Uster bleibt. Ein bei weitem nicht nur symbolischer Schritt war die Lancierung des Uster-Batzens, verbunden mit der Uster-Batzen-Aktion, die der Stadtrat unterstützt hat während der Corona-Pandemie. Das Bewusstsein der Leute gegenüber dem lokalen Gewerbe hat sich seither geschärft. Viele kennen den Uster-Batzen inzwischen und wissen, was er Uster bringt und dass er Uster guttut.
Als eine Art von Geschenk wird vermutlich von älteren Menschen und ihren Angehörigen das neue Angebot der Heime Uster wahrgenommen. Es trägt den Namen «Panorama» und ist Mitte Januar gestartet. Erste positive Rückmeldungen und Erfahrungen konnten gemacht werden. Das Angebot «Panorama» trägt auch gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung: Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich zuhause wohnen und nicht ihre letzten Lebensjahre in einem Heim verbringen. Trotzdem sind ein paar von ihnen auf eine Betreuung angewiesen, die oft von den Angehörigen geleistet wird. Damit diese zwischendurch auch entlastet werden, können Betagte jetzt neu auch nur einzelne Tage oder Nächte in den Heimen Uster verbringen. Das Angebot «Panorama» bietet den Gästen Abwechslung im Alltag, ermöglicht neue soziale Beziehungen und hilft, ihre vorhandenen Ressourcen zu stärken. Die Angehörigen können währenddessen neue Kräfte schöpfen und auch ein bisschen Zeit für sich selber haben.
Sie sehen, Uster ist tatsächlich eine «Stadt für alle» und das meine ich nicht nur im klassischen Sinn von Inklusion, sondern ganz im Sinn der gesellschaftlichen Veränderungen: So wichtig Tagesschulen für Kinder mit berufstätigen Eltern sind, so wichtig sind auch alternative Betreuungsangebote für ältere Menschen. Es freut mich, dass wir in Uster für unsere Bevölkerung Angebote haben, die dem Bedürfnis jedes Alters entsprechen! Es ist für mich auch ein Zeichen, das sich Uster entwickelt und dass wir eine Grösse erreicht haben, die es sich erlauben kann, solche Strukturen zu schaffen – und diese von der Bevölkerung zu Recht auch ein bisschen erwartet werden.
Ein Wort zum Klimawandel. Der Stadtrat hat seine Weichenstellung zu diesem Thema mit dem Massnahmenplan Klima vorgenommen. Wertvolle Inputs dazu kamen auch aus dem schweizweit beachteten Bürgerpanel, an dem sich ausgeloste Bürger und Bürgerinnen beteiligten.
Dank einer neu geschaffenen Fachstelle für Nachhaltigkeit können wir in Uster die Umsetzung dieses Massnahmenplans koordiniert vorantreiben. Dass es Uster ernst meint mit seinen klima- und energiepolitischen Ziel, zeigt auch der Umweltartikel, der in der neuen Gemeindeordnung zu finden ist. Uster ist jetzt eine von wenigen Gemeinden in der Schweiz, die sich auch rechtlich verpflichtet, auf all die Veränderungen im Umweltbereich einzugehen, die uns noch bevorstehen.
Klarheit zeichnet sich nach jahrelanger Unsicherheit in Niederuster am See ab: Ende letztes Jahr ist der Neubau für ein Seerestaurant bewilligt worden. Die Stadt wird jetzt dann einen Investor und künftigen Pächter des Restaurants suchen. Seit 2014 ist die Stadt Uster an diesem Projekt dran, zwei Stadtpräsidenten haben schon gehofft, das Gebäude einweihen zu können. Ich bin jetzt die Dritte in der Warteschleife, aber so gut wie diesmal hat es noch nie ausgesehen! Ich wage jetzt tatsächlich die Aussage, dass ich in meiner Amtszeit das neue Seerestaurant einweihen könnte!
Sichtbare Veränderungen haben sich auf dem Sportareal Buchholz ergeben. Nach einem klaren Ja zu einem 3-Millionen-Kredit für neue Fussball-Kunstrasenfelder, konnten nicht einmal zwei Jahre später die beiden neuen Plätze mit einem Plauschturnier offiziell eingeweiht worden. Den Härtetest haben die neuen Rasenfelder bestanden. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Bei strömendem Regen, der kurz vor dem Match noch in Form von Schnee vom Himmel kam, haben vier Mitglieder des Stadtrates und ein paar Gemeinderäte die Qualität des Kunstrasens unter den widrigsten Umständen geprüft. Wir konnten unser Spiel tatsächlich ohne Rutschpartien absolvieren und haben den Platz ohne Rasenschäden verlassen!
Im letzten Jahr haben viele von euch das Buchholz-Areal vermutlich aber nicht nur wegen dem Sport besucht, sondern, um sich impfen zu lassen. Dass die temporäre Dreifachturnhalle entgegen aller Pläne noch immer nicht abgebaut war, war ein unerwarteter Glücksfall. Die Stadt Uster konnte das Spital Uster so bei der Standortsuche für ein Impfzentrum optimal und äusserst speditiv unterstützen. Die Wandlung von der Turnhalle in eine Impfhalle verlief blitzschnell und war erst noch erfolgreich. Das Ustermer Impfzentrum wurde in einem Ranking sogar als eines der trendigsten Impfzentren überhaupt bezeichnet! Tja, ich hoffe, dass sich Uster in Zukunft seine Lorbeeren als Trendsetterin vielleicht auch noch bei einem anderen Thema holt, an das man sich lieber erinnern wird als an die Pandemie. Aktuell ist das Ustermer Impfzentrum eines der wenigen, dass bis im nächsten Winter auf stand by gehalten wird. Wir werden sehen, was im Herbst auf uns zukommt.
Der Stadtrat hat eine neue Phase der Digitalisierungsstrategie in Angriff genommen. Er will die Webseite smarter und digitaler gestalten. Dazu soll die Bevölkerung partizipativ ins Boot geholt werden. Uster hat auch eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit e-gove Partner unterzeichnet. Zusammen mit andern Städten, Gemeinden und dem Kanton soll die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltungen vorangetrieben werden.
Liebe Mitarbeitende, Sie sind jetzt lange hier gestanden und haben zugehört. Ich könnte noch viel erzählen, was alles läuft in der Stadt Uster, z.B.
Die ARA hat ihren Spatenstich gefeiert, es geht jetzt los mit der Erweiterung der ARA Uster
Uster ist top in Sachen Velo und darf sich beim «Prix Velo Städte» über den zweiten Platz der mittelgrossen Städte freuen. Es ist einiges gegangen bezüglich Verbesserungen für Velos, es gibt aber auch noch viel zu tun.
Uster ist auch top mit seiner Bibliothek. Die Bibi ist nun 365 Tage von 06.00 bis 22.00 Uhr geöffnet, eine richtige Open Library
Und zuletzt noch zwei Ereignisse, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. In der Ukraine ist Krieg ausgebrochen. Das war glaube ich für uns alle ein Schock. Die Auswirkungen spüren wir konkret in der grossen Anzahl an ukrainischen Flüchtlingen, die wir in Uster unterbringen und betreuen müssen, eine grosse und nicht ganz einfache Aufgabe.
Und schliesslich waren auch noch Wahlen. Der Stadtrat hat sich neu konstituiert. Vieles aber bleibt auch wie gehabt und dürfte sich nicht komplett verändern.
In diesem Sinn freut sich der Stadtrat, freue auch ich mich persönlich, auf die künftige Zusammenarbeit. Herzlichen Dank euch allen für euer Engagement und eure Arbeit zugunsten der Bevölkerung der Stadt Uster.

