Neujahrsapéro Stadtverwaltung
Rede anlässlich des Neujahrapéros für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung
9. Januar 2025
Liebe Mitarbeitende der Stadtverwaltung Uster
Herzlich willkommen zum traditionellen Neujahrsapéro der Stadtverwaltung Uster, herzlich willkommen hier im Stadthaus! Es freut mich sehr, dass wir uns auch dieses Jahr wieder treffen können, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustossen.
Ein neues Jahr lädt ein, zurückzublicken und vorwärtszuschauen, was in unserer Stadt alles läuft. Und ich kann euch sagen, das ist allerhand. Es ist ein grosser, bunter Strauss an Themen und Projekten zusammengekommen. Und mir ist bewusst, meine Auflistung ist bei weitem nicht vollständig. Vorausschicken möchte ich, dass alle Erfolge immer durch Teamwork zustande kommen und oft mehrere Personen und Abteilungen gemeinsam zum Gelingen beitragen. Besonders freue ich mich, wenn ich Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalte, die diese Zusammenarbeit, die Motivation und die Resultate aus eurer Arbeit positiv wahrnehmen. Ich kann euch sagen, das passiert immer öfter. Sehr oft höre ich, dass Uster viel mehr zu bieten habe, als man auf den ersten Blick meint. Und viele Menschen leben sehr gerne hier. Schliesslich wurde unsere Stadt letztes Jahr bei einem Ranking als die attraktivste Gemeinde im Kanton Zürich bewertet. Das hat auch mit eurem tagtäglichen Einsatz zu tun! An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön.
Uster entwickelt sich. Innert Kürze sehen wir im Zentrum neue Häuser in die Höhe schiessen, die das Gesicht unserer Stadt verändern. Viele neue Wohnungen und Gewerbeflächen sind entstanden, die zur Verdichtung der Innenstadt beitragen. Unser aktuell grösstes Bauprojekt, das Zeughausprojekt, ist in den Startlöchern.
Nach jahrelanger Vorarbeit können wir nun die Realisierung von diesem Grossprojekt anpacken. Das Geld ist gesprochen, die Baubewilligung erteilt. Einzig ein Rekurs eines Anwohners muss noch entschieden werden. Alle, die in Bauprojekte involviert sind von euch, sei das im Hoch- oder Tiefbau, wissen, dass es immer viel Arbeit bedeutet, bis ein Projekt dann wirklich umgesetzt, fertig und betriebsbereit ist. Trotzdem, ich freue ich mich sehr auf den neuen Zeughausbau mit den Sälen, dem Kulturregal, dem Restaurant oder dem Ausstellungsraum. Die neuen Angebote werden das Areal noch stärker beleben und regionale Strahlkraft aufweisen. Darauf freue ich mich!
Es tut sich auch etwas auf dem westlich gelegenen Zeughausareal, wo ein neues, vielfältiges Stadtviertel mit Wohnungen entstehen soll. Im Sommer hat der Stadtrat das Unterbaurecht für diesen Teil «Zeughaus-Areal West» öffentlich ausgeschrieben. Jetzt sind wir daran, die Bewerbungen auszuwerten. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald entscheiden können, wer das neue Stadtviertel gestalten wird.
Flanieren im Ustermer Stadtzentrum, länger im Stadtzentrum verweilen, das Gewerbe stärken und das Stadtzentrum zu einem Begegnungsort für alle zu machen: Das planen wir mit dem Projekt «Attraktives Stadtzentrum». Konkret geht es um eine Fussgängerzone in der Webern- und Gerichtsstrasse. Die Stadt Uster, das Gewerbe und die Eigentümerschaft haben sich im letzten Jahr zu Dialogforen getroffen und ausgetauscht. So haben die unterschiedlichen Anliegen in das Projekt einfliessen können, wie zum Beispiel wie man die Verkehrsführung an der Tannenzaunstrasse gestalten soll. Im Frühling soll es soweit sein, dass die Pläne der Bevölkerung vorgestellt werden können.
In einem neuen Glanz hat sich das Stadtzentrum aber schon während der Adventszeit präsentiert. Zwei Jahre lang hat Uster ohne Weihnachtsbeleuchtung auskommen müssen. Jetzt haben wir uns über die Rückkehr von der beliebten Weihnachtsbeleuchtung freuen können. Frisch saniert bringen die altbekannten Sternenbilder mit ihrem neuen Licht viel Wärme in die dunkle Jahreszeit – und das erst noch mit einem geringeren Stromverbrauch.
Das passt ganz zur Energie- und Klimapolitik der Stadt Uster. Seit vielen Jahren engagieren uns für eine verantwortliche Klima- und Energiepolitik. Wir gehören dabei zu den aktivsten Schweizer Gemeinden und liegen aktuell auf dem 15. Platz von 374 Energiestädten. Für dieses Engagement sind wir letztes Jahr einmal mehr mit dem Label «Energiestadt Gold» ausgezeichnet worden. Darauf dürfen wir gemeinsam stolz sein. Ich bin überzeugt, dass wir diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg beharrlich weiterverfolgen werden.
Dass sich Beharrlichkeit auszahlt, erleben wir zurzeit bei einem Projekt, das sich nach jahrzehntelanger Diskussionen und Herausforderungen auf der Zielgeraden befindet: das neue Seerestaurant. Ja, tatsächlich, es kommt – und zwar noch in diesem Jahr! Vor zwei Monaten haben wir zusammen mit den Architekten und den künftigen Pächtern den Spatenstich in Niederuster feiern dürfen. Wer sehen will, wie der Bau vorankommt, kann dies über Webcam auf der städtischen Website live mitverfolgen!
Live mitverfolgt haben wir im November eine Präsentation des Kantons, darin wurde über die Unterführung Winterthurerstrasse informiert. Erstmals konnten wir die Pläne dieser Unterführung können, bei dem zwar die SBB und der Kanton federführend sind, aber auch die Stadt Uster stark involviert ist und dafür sorgt, dass das Bauwerk sich ästhetisch in die Stadt einfügt. Man stelle sich vor – 50 Jahre nach der Erstellung der ersten und einzigen Unterführung Dammstrasse wird Uster dereinst eine zweite Unterführung einweihen können!
Ich habe jetzt viel von Projekten und Plänen gesprochen. Was ist aber mit den Menschen in Uster, die das Leben in unserer Stadt ausmachen?
Fangen wir doch bei den Jüngsten an. Wir wollen in der Stadt Uster die Frühe Förderung ausbauen. Dabei geht es darum, allen Kindern von 0 bis 4 Jahren die gleich guten Startchancen ins Leben zu geben. Die erstmalige Durchführung des Forums «Frühe Förderung» im September hat gezeigt, dass das Bedürfnis bei jungen Familien nach derartigen Angeboten gross ist. Weiter möchte die Stadt Uster dazu beitragen, dass mehr Kitaplätze entstehen. Eine Basis dafür ist die Überarbeitung des Subventionierungsmodells. Dazu gehört auch, dass Kitas künftig weniger administrativen Aufwand haben sollen.
Im Kindergarten hat sich der Einsatz von einer Fachperson Betreuung bewährt. Das hat das Pilotprojekt im Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule deutlich gezeigt. Die Fachperson Betreuung entlastet und unterstützt die Lehrperson im Kindergarten sehr stark und die Lernatmosphäre wird dadurch deutlich besser.
Ebenfalls ein wichtiges Projekt ist die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, bei dem wir eng mit dem Kanton zusammenarbeiten. Momentan leben rund 60 Jugendliche im ehemaligen Altersheim Rosengarten. Die Jugendlichen unter 16 Jahren besuchen die Oberstufe in Uster. Ihre Deutschkenntnisse werden immer besser und sie sind motiviert. Die Rückmeldungen aus der Schule ist positiv und von Seiten der Stadt- und Kantonspolizei gibt es bislang keine Beanstandungen.
Uster will eine Stadt für alle sein – dazu gehört natürlich auch die ältere Bevölkerung. Der demographische Wandel wird uns in Zukunft stark beschäftigen: Im Jahr 2040 werden wir in Uster etwa doppelt so viele 80-Jährige haben wie jetzt. Wir haben ein Case Management im Altersbereich eingeführt, und werden die Abteilung Panorama in den Heimen weiterführen. Mit der Fachstelle Alter helfen wir, dass ältere Menschen so lange als möglich zuhause wohnen können.
Sich am Wohnort rundum versorgt fühlen, das ist nicht nur für die älteren Personen wichtig, sondern selbstverständlich für die ganze Bevölkerung. Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei auch die gesundheitliche Versorgung mit unserem Spital. Nach turbulenten Zeiten ist es gelungen, das Spital dank einer Aktienkapitalerhöhung wieder auf finanziell gesunde Beine zu stellen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Ziele erreicht wurden. Darüber bin ich ausserordentlich glücklich. Wir brauchen ein Spital in Uster – heute und in Zukunft!
Die Abstimmung zum Spital Uster im März ist im ganzen Kanton verfolgt worden. Noch mehr Augen haben sich aber im September auf Uster gerichtet- und zwar weltweit: Im Rahmen der Rad-WM ist Uster der Startort von vier Strassenrennen gewesen. Im Herzen von Uster, auf dem Pünt-Areal, sind die Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt losgefahren. Der tragische Tod von der Nachwuchsfahrerin Muriel Furrer hat die Grossveranstaltung überschattet. Auch in Uster haben wir Muriel Furrer mit einer Schweigeminute gedacht. Das tragische Ereignis hat uns alle emotional bewegt. Trotz der tiefen Trauer geht die Rad-WM aber als grosser Erfolg in die Ustermer Sportgeschichte ein. Das grösste Vermächtnis der Rad-WM ist der neue fixe Pumptrack auf der Sportanlage Buchholz. Die Anlage wurde im Oktober mit mehreren Tausend Besuchenden eröffnet und ist in der Zwischenzeit ein Publikumsmagnet.
Nachdem wir im letzten Jahr Sportgeschichte geschrieben haben, widmen wir uns in diesem Jahr ganz der Ustermer Geschichte. 2025 steht nämlich ein historischer Meilenstein an.
Lasst mich dazu 1250 Jahre zurückblicken: Im 8. Jahrhundert stifteten die hiesigen Grundherren – die alemannische Adelsfamilie von Landolt und Beata – ihre Ländereien dem Kloster St. Gallen. Uualto, Schreiber und Diakon im Dienste des Klosters St. Gallen, hat in den Urkunden den Ort aufgeschrieben, wo die Schenkungen am 27. Januar 775 n. Chr. vereinbart worden sind. So ist es dazu gekommen, dass der Name «Ustra» zum ersten Mal schriftlich festgehalten wurde. Diese erste schriftliche Erwähnung hatte auf das frühmittelalterliche Uster vermutlich keinen grossen Einfluss gehabt. Die Leute haben gewusst, wie ihr Dorf heisst, lesen konnten nur die wenigsten.
Warum, und was feiern wir dieses Jahr eigentlich?
Erstens ist es faszinierend, dass unser Ort bereits so lange existiert. Wir können davon ausgehen, dass er noch viel älter ist als 1250 Jahre. Die Niederschrift durch Uualto ist aber wie ein Anker, der die Herkunft von Uster in der Zeit festmacht. Dieser grosse historische Bogen von 775 bis heute strahlt Beständigkeit aus und schenkt uns als Teil unserer Identität Ruhe und Gelassenheit.
Zweitens ist es schön, dass unsere heutige Stadt seit 1250 Jahren den gleichen Namen trägt. Nie ist er verändert worden. Sowohl die Einwohner von 775, als auch wir verbinden mit dem Namen den gleichen Ort am Greifensee!
Auch wenn das Jahr der ersten Erwähnung von Uster nicht das eigentliche Gründungsjahr von Uster ist – es verbindet uns direkt mit den Ustermerinnen und Ustermer von früher. Wir sind Teil von einer gemeinsamen jahrtausendalten Geschichte und das wollen wir dieses Jahr feiern!
Vom 5. bis 7. September findet das Stadtfest mit vielen Attraktionen statt. Auch wir seitens der Stadt werden uns daran beteiligen und am Stadtfestwochenende im Central zwei Filme zeigen. Der eine ist ein Cartoon und erzählt 12 ½ historische Ereignisse aus den letzten 1250 Jahren. Das andere Projekt fokussiert auf das 20. Jahrhundert und setzt sich aus Fotos, Filmen und Zeitzeugenberichten zusammen. Ausserdem laden wir am Stadtfest zu einem historischen Vortrag ein, der uns die Ersterwähnungsurkunden und ihre Entstehungszeit auf unterhaltsame Art näherbringen wird. Ich freue mich, wenn wir so zusammen die Vergangenheit und die Zukunft von unserer Stadt feiern!
Zuerst wünsche ich euch jetzt aber im Namen vom ganzen Stadtrat alles Gute für das neue Jahr, viel Freude, Erfolg, Zufriedenheit und Gesundheit! Ich freue mich, mit euch persönlich auf das neue Jahr anzustossen.
Herzlichen Dank.

