Kunstpreis 2024 der Stadt Uster

Laudatio für das Hinterhalt-Festival
23. Januar 2024

 

Lieber Frank, liebe Bertilla, Chiara und Franca,
lieber Heinz, Luca, Naima und Noemi
lieber Tashi

Wow, ihr seid eine richtig grosse Truppe – und eigentlich gehören noch viel mehr Köpfe zu eurem Hinterhalt-Team. Neben Lorenzo und Lukas, die leider heute Abend nicht dabei sein können, gibt es ja noch alle die Helferinnen und Helfer, Gönnerinnen und Sympathisanten, Bisherigen und vielleicht auch Zukünftige, die das Hinterhalt-Festival zu dem machen, was es ist:

Ein einmaliges Sinneserlebnis

ein zauberhafter Ort, jedes Mal wieder anders

eine unglaublich überraschende Vielfalt an Kunst, Musik, Theater, Tanz und Kulinarik

ein freudiges sommerliches Kulturfest

eine unvergessliche Erinnerung.

Euern Namen «Hinterhalt» habt ihr dem Militär geklaut. Dort steht dieser Begriff für eine Taktik, bei der man im Verborgenen lauert, um den Feind zu überraschen. Das machen die Guerilleros und Partisaninnen so oder die Eidgenossen bei der Schlacht am Morgarten. Ihr habt den Begriff erfolgreich pazifiziert und in die Kunst getragen.

Aber fangen wir doch am Anfang an. Im Juni 2009 haben aktive Leute aus dem Umfeld von qtopia, Pam, KGU, Uster Kreativ, zapzarap und weiteren Kulturorganisationen zu einem Wochenende an die Braschlergasse eingeladen. Damals ist das noch ein altes Giesserei-Areal gewesen, mit kleinen alten Häusern, vielen Winkeln, einer Schreinerei und dem Kulturlokal Qbus. Das Areal ist vor dem Abriss gestanden.

Da habt ihr zugeschlagen und das Areal okkupiert. Für ein Wochenende habt ihr es verzaubert mit Kunstinstallationen, Lesungen, Konzerten, Kinderprogramm, Theater und Gastronomie.

Wir kennen das Wort Metamorphose aus der Tierwelt, wenn Kaulquappen zu Fröschen werden oder sich Raupen verpuppen und in wunderbare Schmetterlinge verwandeln. So ist auch das Giesserei-Areal für kurze Zeit zu einem farbigen und wunderbaren Traumort geworden, bevor es sich verändert hat.

Unsere Stadt verändert sich laufend. Wir sehen das exemplarisch an den Hochhäusern, die plötzlich unser Stadtbild prägen. Ihr mit eurem Hinterhalt-Festival leistet in diesem Wandlungs-Prozess einen wichtigen Beitrag. Mit euren Interventionen schafft ihr ein Bewusstsein für Orte, die vor Veränderungen stehen. Ihr gebt uns die Möglichkeit, uns von Altem zu verabschieden und uns auf Neues zu freuen. Ihr schafft neue Perspektiven auf Uster und zeigt, wie unser Stadt auch sein kann und was alles möglich wird, wenn sich kreative und engagierte Köpfe zusammentun.

Mit eurem Erfolgsrezept, beziehungsweise mit eurer künstlerisch-hinterhältigen Taktik habt ihr immer wieder neue Räume für Kultur und Begegnung erschlossen: 2013 das Areal des Kulturhaus Central, 2015 die Brache im Kern Süd, 2018 die Gärtnerei Ryffel und vor eineinhalb Jahren den Gartenraum an der Apothekerstrasse mit dem angrenzenden Friedhof.

Und nun haben wir im Film gesehen, dass ihr in einer alten Sägerei einen Hinterhalt gefunden habt, in dem ihr auf uns lauern werdet. Wir sind natürlich sehr gespannt, wann und wo dies sein wird.

Ich habe am Anfang gesagt, dass ihr eine grosse Truppe seid. Zum Schluss möchte ich ergänzen: Ihr seid viele aber auch vielfältig. Junge sind dazu gestossen, die sich mit frischen Ideen einbringen, erfahrene Ältere, teils seit Anfang dabei, sind geblieben.

Liebes Hinterhalt-Team: Ihr habt mit eurem Festival – mit Kreativität, Engagement, Arbeit und Kontinuität die Stadt Uster begleitet, reflektiert und verzaubert. Ihr habt uns viel geschenkt.

Wir anerkennen diese Leistung heute mit dem Kunstpreis. Wir sagen Danke und freuen uns auf all’ das, was da noch kommt.

Herzliche Gratulation und ich bitte einen bombastischen Applaus!

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