Imkerverein Bezirk Uster
Grusswort an der Generalversammlung
6. März 2024
Sehr geehrter Herr Präsident
sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands
liebe Mitglieder des Imkervereins Bezirk Uster
Herzlich willkommen in Uster! Es freut mich, sie als Stadtpräsidentin begrüssen zu dürfen und dass Sie bei uns zu Gast sind.
Ihnen ist vielleicht aufgefallen: Uster ist eine Stadt mit viel Grün, inmitten einer herrlichen Landschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit für die drittgrösste Stadt des Kantons. Bald leben 37'000 Menschen hier in Uster, Tendenz steigend. Das stellt uns vor grosse Herausforderungen: Wie wollen wir dieses Wachstum bewältigen? Was heisst die laufende Urbanisierung für unsere Stadt und unsere Bevölkerung. Wir sind aktuell daran, unsere Richtplanung und darauf aufbauend unsere Bau- und Zonenordnung zu revidieren. Das heisst, wir überlegen uns, wo wir dichter und höher bauen können, wie wir zu mehr Flächen für Arbeitszwecke kommen oder aber, wie wir Wohnraum schaffen können, hier vor allem auch erschwinglichen, denn – auch in Uster steigen die Land- und Immobilienpreise stetig immer höher. Mehr Menschen heisst mehr Mobilität in der Stadt. Das Wachstum hat auch Folgen für unsere städtischen Infrastrukturen, Schulhäuser, Pflegeplätze, Sportanlagen oder Kultureinrichtungen.
Sie werden sich angesichts meiner Auflistung fragen: Was ist mit der Natur? Setzt das Wachstum natürliche Lebensräume unter Druck? Wird es künftig in der Stadt auch Platz für Bienen haben? Wie können wir Grünraum und Naherholungsflächen erhalten oder sogar neu dazu gewinnen, wenn die Stadt immer dichter wird?
Diese Fragen beschäftigen nicht nur Sie, sondern auch uns. Ich bin stolz, dass die Stadt Uster ein klares Bekenntnis für mehr Biodiversität abgegeben hat. Mehr als Worte zählen Taten: Im Rahmen eines umfangreichen Biodiversitätskonzeptes trägt die Stadt in verschiedenen Bereichen zur Förderung der Bienen bei. Dabei hat die Stadt vor allem die Wildbienen im Fokus. Diese produzieren zwar keinen Honig, sind aber für die Bestäubung und Biodiversität genauso wichtig wie die Honigbienen.
Mit folgenden Massnahmen unterstützten wir daher ein vielfältiges Blütenangebot und von diesem profitiert auch die Honigbiene:
- Wir pflegen die städtischen Grünflächen wo möglich und sinnvoll immer als Blumenwiesen. Sie dienen als wertvolle Nahrungsquelle.
- Wir unterstützen die Ustermer Landwirtschaft bei der Anlage von Blühstreifen, Magerwiesen und Buntbrachen. Auch diese Flächen sind wertvolle Nahrungsquellen für die Bienen.
- Wir beraten interessierte Privatpersonen bei der naturnahen Gartengestaltung – Blumenwiesen und Wildbeinen sind da fast immer ein Thema.
Speziell für die Wildbienen haben wir bei diversen ökologischen Aufwertungen verschiedene Nisthilfen eingerichtet. So haben wir in der Hohfuren nahe beim Pavillon mit Schulklassen ein «Wildbienenhotel» erstellt. Auf dem Burghügel und auf der Püntwiese haben wir mit Totholzstämmen und Sandlinsen weitere Nisthilfen für die Wildbienen erstellt.
Auch wenn bei unseren Massnahmen die Wildbienen im Fokus stehen: Die naturnahe Pflege und die Aufwertung von zahlreichen Flächen im Siedlungsgebiet helfen dabei, auch den Honigbienen dringend benötigten Lebensraum bereitzustellen.
Auf dem Gebiet der Stadt Uster sind übrigens 58 Bienenstände (Standorte mit Bienenvölkern) registriert, das ist im Vergleich zu anderen Gemeinden viel.
Und auch unsere städtischen Liegenschaften sind Bienenhäuser. Aber nicht in der Form, an die Sie zuerst denken. Letztes Jahr haben wir ein Social Intranet für die Mitarbeitenden der Stadt eingeführt. Wir setzen dabei auf die Lösung der Schweizer Firma Beekeeper. Über Beekeeper tauschen wir Informationen aus, vernetzen uns helfen neuen Mitarbeitenden dabei, bei uns anzukommen. Sie sehen, ihre Thematik bewegt uns in vielfältiger Form auch in Uster.
Liebe Anwesende, Sie beschäftigen sich mit allem rund um Bienen, Honig und Blüten. Das ist in meinen Augen eine wunderbare Aufgabe. Ich möchte ihnen an dieser Stelle ganz herzlich danken für ihr Engagement, denn - Ich liebe Blumen, ich liebe blühende Bäume und ich liebe Honig.
Ich wünsche ihnen eine gelungene Generalversammlung und einen schönen Aufenthalt hier. Und wenn sie Uster allenfalls wieder einmal einen Besuch abstatten möchten, kann ich ihnen folgende Orte wärmstens empfehlen: der Greifensee, einen Besuch auf unseren Burghügel, oder unsere Stadtpärke in den umgenutzten Industrieareale entlang dem Aabach. Jetzt, wo der Frühling naht, inmitten blühender und summender Natur.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

